
Irgendwann packte mich die Aufräumwut. Ich wollte einfach ausmisten. Irgendwie war alles über mir zusammengeschlagen: Zu viele Bücher, zu viel Deko, zu viele Ecken, die dringend ausgemistet werden wollten. Und wenn ich dann einen Müllsack rausgeholt und Zeug wegsortiert hatte, blieben garantiert noch 10 Sachen, die ich gar nicht mehr brauchte, da, weil es mir so leid tat. Und weil sie ja von XY waren und weil ich das dann nicht wegwerfen konnte... also
irgendwas war immer. Und kaum hatte ich mich umgedreht, war die gerade ausgemistete Ecke auch irgendwie schon wieder voll. Kennst du das auch?
Dann geht es dir wahrscheinlich wie mir und vielen anderen auch: Eigentlich gibt es nicht den einen großen Bereich, der komplett außer Kontrolle geraten ist. Stattdessen sind es viele kleine Dinge.
Eine Schublade, die immer zu voll ist.
Eine Ecke auf der Küchenarbeitsplatte, auf der sich ständig etwas sammelt.
Ein Badezimmerschrank, in dem du kaum noch findest, was du suchst.
Papierkram, der immer wieder auf dem Tisch landet.
Ein Regal, das irgendwie voller wird, obwohl du eigentlich weniger haben möchtest.
Und genau deshalb kann es schwierig sein, einfach loszulegen.
Denn sobald du an „Wohnung aufräumen“ denkst, fühlt sich die Aufgabe riesig an. Eine kleine Ecke bringt - gefühlt - nix.
Daher dachte ich: Wie wäre es mit einem Home Reset, bei dem wir es einfach mal anders machen?
Du musst heute noch nichts komplett ausmisten und auch keinen ganzen Raum auf den Kopf stellen. Ich habe viel kleiner angefangen und langsam sogar Lust auf meine "Mamutaufgabe" bekommen.
Denn der erste Schritt ist viel einfacher:
Du findest die drei Bereiche, die dich zuhause gerade am meisten stören.

Was bedeutet Home Reset?
In meinem kleinen System ist der Home Reset kein Großputz und auch keine Aktion, bei der anschließend jedes Fach perfekt aussehen muss.
Es geht darum, einen kleinen Bereich bewusst neu zu betrachten.
Du räumst Dinge heraus, entscheidest, was bleiben soll, machst sauber und ordnest den Bereich so, dass er im Alltag besser funktioniert.

Manchmal bedeutet das, etwas auszusortieren.
Manchmal reicht es schon, Dinge an den richtigen Platz zurückzubringen.
Und manchmal merkst du einfach, dass du zu viele Dinge in einem zu kleinen Bereich unterbringen möchtest.
Der wichtigste Unterschied zum klassischen Aufräumen ist:
Du nimmst dir nicht „die ganze Wohnung“ vor.
Du arbeitest in kleinen, abgeschlossenen Bereichen.
So entsteht nach und nach mehr Ruhe, ohne dass du dafür ein komplettes Wochenende einplanen musst.
Glaub nicht, dass ich schon "fertig" bin - und ich hoffe auch, dass ich es noch lange nicht sein werde. Denn irgendwann hat es angefangen Spaß zu machen. Ich habe Bereiche umorganisiert oder neu gestaltet, ausgeräumt, weggeworfen, neu sortiert und mich daran erfreut, dass unsere Abstellkammer nun eine gewisse Struktur hat und nicht mehr nur wie ein Ablageraum aussieht. Da sie ein Fenster hat und eigentlich recht groß ist, steht jetzt dort auch Spielzeug für meine Katzen und Körbchen, so dass der Raum aufbleiben kann, wenn keiner Zuhause ist und die beiden dort spielen, schlafen und essen und trinken können.
Warum du nicht mit dem schlimmsten Bereich anfangen musst

Vielleicht denkst du jetzt sofort an den Keller, einen völlig überfüllten Schrank oder das Zimmer, in dem sich seit Monaten alles sammelt.
Das muss aber nicht dein erster Home Reset sein.
Im Gegenteil.
Wenn du mit einem riesigen Problem startest, kann es
passieren, dass du nach zwei Stunden immer noch mitten im Chaos sitzt und denkst:
Warum habe ich überhaupt angefangen?
Für den Einstieg ist ein kleiner Bereich oft viel besser.
Zum Beispiel:
- eine Küchenschublade
- ein Fach im Badezimmerschrank
- die Oberfläche einer Kommode
- dein Nachttisch
- ein Regalboden
- die Handtasche
- der Downloads-Ordner auf dem Computer
Ein kleiner Erfolg macht Lust auf den nächsten. Und lustig ist: das ist wirklich so. Als ich meinen Downloads-Ordner fertig hatte (und er war wirklich übel), habe ich mit der iCloud angefangen... die ist noch übel aber es wird 😉 Und wenn ich mich dann wieder bewegen will und mir etwas eingefallen ist, geht es in der Abstellkammer weiter. So habe ich jetzt z.B. an den Wänden, an denen sich meine Katzen schon mit ihren Krallen verewigt hatten (ich tippe hier auf ein Gemeinschaftsprojekt von Mika und Strolchi) eine Kratzmatte* angebracht.

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Schritt 1: Geh einmal bewusst durch dein Zuhause
Nimm dir zehn Minuten Zeit und geh langsam durch deine Wohnung oder dein Haus.
Du musst dabei noch nichts anfassen.
Schau einfach.
Achte darauf, welche Stellen sofort einen kleinen inneren Widerstand auslösen. Bei mir ist das z.B. ein Regal in der Küche, aber ich hab noch mehr Stellen!
Vielleicht denkst du:
Das müsste ich endlich mal machen.
Oder:
Warum liegt das eigentlich schon wieder hier?
Oder:
Da finde ich nie etwas.
Genau diese Gedanken sind interessant.
Denn sie zeigen dir, welche Bereiche im Alltag tatsächlich stören.
Schritt 2: Schreib alles auf, was dich nervt
Mach dir eine kleine Liste. Ich habe gleich Platz in meinem Bullet Journal* dafür geschaffen, es ging nicht anders - das ist als Dauerprojekt angelegt ;-).
Noch ohne Reihenfolge und ohne darüber nachzudenken, ob du die Aufgabe sofort schaffen kannst.

Zum Beispiel:
- Besteckschublade
- Kühlschrank
- Badezimmerschrank (argh! Der schreit bei uns nach einer Aufräumaktion)
- Bücherregal (da habe ich, seit ich auf meinen Kindle* (mit dieser niedlichen Hülle!) umgestiegen bin, zum Glück nur noch einzelne Fächer)
- Papierstapel
- Küchentheke
- Kleiderschrank (Endgegner...)
- Putzmittelschrank
- Handtücher
- Schreibtisch
- Handy-Fotos
- E-Mail-Postfach
Du wirst wahrscheinlich schnell merken, dass es nicht unbedingt ganze Räume sind.
Oft sind es einzelne Stellen innerhalb eines Raumes.
Das ist gut.
Denn genau diese kleinen Bereiche eignen sich besonders gut für einen Home Reset.
Schritt 3: Wähle deine drei wichtigsten Problemzonen

Jetzt suchst du aus deiner Liste drei Bereiche aus.
Dabei musst du nicht fragen:
Was ist objektiv am unordentlichsten?
Frag dich stattdessen:
Was stört mich im Alltag am meisten?
Das kann ein großer Unterschied sein.
Vielleicht ist dein Kleiderschrank ziemlich voll, aber du kommst damit eigentlich gut zurecht.
Dafür nervt dich jeden Morgen die Küchenschublade, weil du ständig etwas suchen musst.
Dann ist die Küchenschublade für deinen Home Reset wichtiger.
Wähle drei Bereiche, bei denen du denkst:
Wenn das besser wäre, würde ich es wirklich merken.
Welche Bereiche eignen sich besonders gut für den Einstieg?
Falls dir die Auswahl schwerfällt, kannst du mit einer dieser Kategorien beginnen.
Küche
In der Küche gibt es viele kleine Bereiche, die sich schnell verändern lassen:
- Küchenschubladen
- Kühlschrank
- Vorräte
- Gewürze
- Küchenhelfer
- Arbeitsflächen
- Gefrierschrank
Badezimmer
Auch hier sammeln sich schnell Dinge an:
- Pflegeprodukte (Proben!)
- Kosmetik
- Handtücher
- Medikamente
- Vorräte
- Schubladen
- Unterschränke
Wohnbereich
Hier geht es oft weniger um klassische Unordnung und mehr um visuelle Ruhe:
- Sideboard
- Couchtisch (bei uns hat der Fächer... darin sind Kartons... und die? Keine Ahnung, was da überhaupt drin ist...)
- Regal
- Bücher
- Kabel (mittlerweile habe ich ein Utensilo, dort sind alle Kabel reingestopft - nicht die beste Lösung aber erstmal irgendeine Lösung...)
- Deko
- Ablageflächen
Schlafzimmer
Typische kleine Reset-Bereiche sind:
- Nachttisch (ich habe mir eine kleine Box* gekauft, die macht den Nachttisch um einiges ordentlicher...)
- Kleiderschrank
- Kommode
- Kleidung, die auf einem Stuhl landet
- Bettwäsche
- Schubladen

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Papierkram
Papier wirkt oft anstrengender, als es tatsächlich ist.
Du kannst ganz klein anfangen mit:
- einem Papierstapel
- Rechnungen
- Werbung
- Unterlagen, die abgeheftet werden müssen
- Post, die noch erledigt werden muss
Digitales
Auch digitale Unordnung kann erstaunlich belastend sein.
Zum Beispiel:
- Downloads-Ordner (oh ja...)
- Desktop
- Handy-Fotos
- E-Mails
- alte Dateien
- Newsletter (ich habe mich mal radikal von einigen abgemeldet... hab gar nicht gemerkt, dass die weg sind. Mit dem Newsletter von Digidesignresort würde es dir natürlich anders gehen 😉 )
Woran erkennst du eine gute Home-Reset-Aufgabe?
Eine gute Aufgabe ist klein genug, dass du sie an einem normalen Tag schaffen kannst.
Frag dich:
Kann ich diesen Bereich in etwa 15 bis 30 Minuten sichtbar verbessern?
Wenn die Antwort "Nein" lautet, ist der Bereich wahrscheinlich noch zu groß.
Statt:
Küche aufräumen
wird daraus:
eine Küchenschublade resetten
Statt:
Kleiderschrank ausmisten
kannst du beginnen mit:
nur meine T-Shirts durchsehen
Statt:
Papierkram erledigen
nimmst du:
einen Papierstapel sortieren
Je kleiner die Aufgabe, desto leichter ist der Start.
Du brauchst nicht sofort neue Aufbewahrung
Wenn du einen Bereich gefunden hast, der dich stört, ist der erste Impuls oft:
Ich brauche eine Box.
Oder einen Organizer.
Oder neue Körbe.
Vielleicht stimmt das am Ende sogar.
Aber beim Home Reset schauen wir zuerst, was überhaupt bleiben soll.
Denn wenn zehn Dinge gehen dürfen, brauchst du vielleicht plötzlich gar keine zusätzliche Aufbewahrung mehr.
Deshalb gilt:
Erst reduzieren und ordnen. Danach entscheiden, ob wirklich etwas fehlt.

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Denn unkompliziert und schnell umzusetzen ist der Anspruch an diesen DIY Guide für ein schönes zuhause!
Deine drei Bereiche könnten zum Beispiel so aussehen
Vielleicht entscheidest du dich für:
1. Küchenschublade
Weil du dort täglich etwas suchst.
2. Badezimmerschrank
Weil dort zu viele angefangene Produkte stehen.
3. Papierstapel
Weil du ihn jeden Tag siehst und dich jedes Mal darüber ärgerst.
Das reicht vollkommen.
Du musst heute noch nichts davon erledigen.
Allein die Entscheidung nimmt schon ein bisschen Druck heraus, weil aus „Ich müsste zuhause endlich mal Ordnung schaffen“ plötzlich drei konkrete Aufgaben werden.
Was, wenn dir viel mehr als drei Bereiche einfallen?
Dann schreib sie ruhig alle in dein Notizbuch (oder vielleicht hast du ja jetzt auch ein Bullet Journal dafür?).
Aber wähle trotzdem nur drei für den Anfang.
Der Rest läuft dir nicht weg.
Oft passiert sogar etwas Interessantes:
Wenn du einige kleine Bereiche resettet hast, verändern sich andere Problemzonen automatisch.
Vielleicht stellst du fest, dass Dinge nur deshalb auf dem Sideboard herumlagen, weil sie keinen festen Platz hatten.
Oder dass dein Badezimmerschrank gar nicht zu klein ist, sondern nur voller Produkte war, die du längst nicht mehr benutzt.
Ein Home Reset verändert deshalb häufig mehr als nur den einen Bereich, den du gerade bearbeitest.
Du musst dein Zuhause nicht perfekt machen
Vielleicht ist das der wichtigste Punkt.
Dein Zuhause wird benutzt.
Dort wird gekocht, gearbeitet, gelesen, gelebt und Dinge werden auch mal irgendwo hingelegt.
Das Ziel ist nicht, dass alles aussieht wie ein unbewohntes Musterhaus.
Unser Ziel ist:
Wir möchten uns zuhause wohler fühlen und weniger von unseren eigenen Dingen genervt sein.
Wenn du Dinge schneller findest, weniger herumliegt und deine Räume leichter funktionieren, ist schon viel gewonnen.
Deine Aufgabe für heute
Heute brauchst du nur drei Dinge zu tun:
- Geh einmal bewusst durch dein Zuhause.
- Schreib die Stellen auf, die dich regelmäßig stören.
- Wähle daraus deine drei wichtigsten Problemzonen.
Mehr nicht.
Wenn du möchtest, kannst du deine drei Bereiche direkt in einen Notizblock oder auf einen Zettel schreiben und gut sichtbar hinlegen.
Morgen oder wann immer du weitermachen möchtest, nimmst du dir den ersten Bereich vor.
Vielleicht ist es eine Küchenschublade.
Vielleicht dein Nachttisch.
Vielleicht etwas ganz anderes.
Es gibt keinen perfekten Startpunkt.
Der beste Home Reset beginnt dort, wo eine kleine Veränderung deinen Alltag spürbar leichter macht.

