Vom Papier zur Wildblume

Wann immer ich an einem Onlinekurs teilnehme (ja, auch ich liebe Onlinekurse!), geht es in den ersten Lektionen meistens darum, sich und sein Thema zu definieren. Der Fairness halber muss ich sagen, dass die Onlinekurse, die ich besuche, sich meistens darum drehen, wie man Onlinekurse erstellt oder eben wie man als Grafikdesigner "besser" wird und/oder neue Techniken erlernt. 

Bisher fand ich mein "Warum" immer etwas dürftig. Ja, ich möchte anderen helfen, Malen zu lernen. Ja, ich möchte, dass das Malen meinen Teilnehmern gut tut und sie sich gut fühlen. Und ja, ich möchte, dass die Teilnehmer, die "mehr" wollen, schließlich auch ihre gemalten Werke als digitale Produkte verkaufen können, um so passive Einnahmequellen aufzubauen.
Beides sind bestimmt wertvolle Ziele aber irgendwie war mir das immer nicht "genug". Es gibt Menschen, die andere pflegen, wenn sie krank sind und welche, die sich mit Haut und Haaren für den Frieden einsetzen - da finde ich es irgendwie nicht ausrechend, wenn ich mich "nur" darum kümmere, dass andere sich gut fühlen und mehr Geld in der Tasche haben.

Ist da vielleicht mehr?

Sein "Warum" zu finden ist nichts, das du mal eben zwischen Tür und Angel abhakst. Es ist vielmehr etwas, bei dem du richtig in die Tiefe gehen und vieles hinterfragen musst. Für mich klang die Debatte, die ich mit mir selber geführt habe, in der Regel so:

  • Welche "höhere Bedeutung" hat das Malen?
  • Wie hilft Malen einem Menschen?
  • Warum sollte jemand lernen wollen, wie er aus seinem Gemalten digitale Produkte erstellt?

Ohne das Thema ins Lächerliche zu ziehen, einen psychologischen Hintergrund gibt es natürlich immer: Malen tut der Seele gut, Malen hilft zu entspannen und zu dir selbst zu finden. Ja, vielleicht und ja, das ist natürlich ein schöner Nebeneffekt.
Aber: Braucht es in einer Zeit, in der Corona uns vom Miteinander abgehalten hat und der Krieg in der Ukraine dafür sorgt, dass auch wir hier in Deutschland Angst vor Krieg haben und unseren ukrainischen Freunden helfen wollen, nicht etwas mehr?

Ich kann schlecht dazu aufrufen für den Frieden zu malen. Ja, vielleicht kann das ein kleiner Teil sein. Gemeinsames Malen ist vielleicht wie gemeinsames Singen, es tut gut und schafft ein Gefühl von Gemeinschaft. Doch auch nicht schlecht, oder?

Natürlich nicht, auf gar keinen Fall. Dennoch hatte ich an dieser Stelle immer noch das Gefühl, dass einfach "mehr drin sein muss". 

Und das führt mich zu einem anderen Problem der 2020er Jahre: den Klimawandel.

Nachhaltigkeit und Miteinander

Ich habe ja schon in diesem Artikel ausführlich darüber berichtet, wie Digidesignresort einen kleinen (Ja, ich weiß: sehr kleinen...) Beitrag zum Klimawandel leistet.
Aber auch hier: Musste da nicht "mehr" drin sein?
Irgendwann stolperte ich aber bei meinen Recherchen für neue Tutorials darüber, dass Papier nicht nur recycelt sein sondern sogar blühen kann!
Ja, du hast richtig gelesen: Das Bild, das du malst, der Geschenkanhänger oder die Weihnachtskarte, die du verschenkst (und schon nach dem Weihnachtsfest entsorgt wird), können noch einen weiteren Zweck erfüllen: Sie können wachsen!

Wenn wir also schon mit dem Malen oder Designen nichts für den Frieden auf der Welt tun oder Corona und andere Krankheiten heilen können, können wir zumindest unsere Welt ein wenig grüner machen. Und auch dabei kann jeder von uns helfen.

Vom Papier zur Wildblume

Es gibt wirklich Papier, das du nach Gebrauch einpflanzen kannst. Und wenn du es gießt, dann sprießen kleine Wildblumen aus dem Papier.

Das Samenpapier findest du hier*

Bei diesem Papier handelt es sich um sogenanntes Samenpapier. Mit seinen 250 g ist es nicht nur (fast) perfekt für die Aquarellmalerei geeignet, es ist auch nachhaltig.
Nutzt du z.B. das Papier um die neun Geschenkanhänger für Weihnachten zu drucken, können diese nach dem Weihnachtsfest ganz leicht einem neuen Zweck zugeführt werden. 

Sie können wachsen und zu Wildblumen werden. 

Ich habe das Papier natürlich sofort bestellt, weil ich es unbedingt einmal ausprobieren muss.
Denn damit habe ich endlich mein "Warum" - ich helfe unserem Planeten. Denn bei allen anderen Problemen, die es noch auf der Welt gibt, ist unsere Welt doch eines der wichtigsten.
Denn wenn wir hier auf der Erde nicht mehr Leben können, brauchen wir uns keine Sorgen mehr um Krieg und Corona machen (um nur zwei - wirklich schlimme - Probleme zu nennen). 

Aus diesem Grund plädiere ich einmal mehr dafür, dass jede noch so kleine Geste hilft unsere Erde zu schützen.
Nutze Solarenergie oder verbrauche Strom gar nicht erst, wenn es nicht nötig ist, spare Wasser, wenn es geht oder wasche deinen Gefrierbeutel aus, um ihn noch einmal zu nutzen und, ja:
Nutze dein bemaltes oder bedrucktes Papier, das du nicht mehr brauchst, um Blumen zu pflanzen, die wiederum CO2 verarbeiten.

Denn so bekommt Malen und daraus das Erstellen digitaler Produkte, die bereits gut für die Umwelt sind, da sie erst produziert werden, wenn man sie wirklich braucht, doch noch eine größere Bedeutung.

Sobald mein Samenpapier sprießt, werde ich natürlich darüber berichten!


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  1. Das ist ein sehr schöner Text. Sehr tiefgründig und super schön geschrieben. Ich finde die Idee das Papier weiter zu verwenden und daraus Blumen zu ziehen einfach genial. Wenn jeder mithilft unseren Planeten zu retten, dann schaffen wir das. 😀

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